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Carl Weyprecht (1832-1881)
Es liegen zur Zeit keine aktuellen Termine vor.
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Klare Worte für den eisigen Norden
Artikel in der Odenwälder Heimatzeitung vom 21.3.2005
Text: Michael Lang
Christoph Ransmayr fesselt Zuhörer mit Schilderung der Weyprecht-Expedition
Wo sind
sie geblieben, die großen Erzähler nordischer Abenteuer, bei denen einem
das Blut in den Adern zu Eis gefriert und vor Spannung der Atem stockt?
Hat sich der Zauber der Arktis mit all seinen lauernden Gefahren auf die
Leinwände beeindruckender Diashows und geschickt inszenierter
Beamer-Präsentationen zurückgezogen?
Nein, denn der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr kann
die Entbehrungen einer Reise ins Polarmeer beeindruckend aufbereiten,
wie dies am Freitag in der Bad Königer Rentmeisterei deutlich wurde. Der
Roman "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" erzählt vom Schicksal
der österreichisch-ungarischen Polarmeerexpedition in den Jahren 1872
bis 1874. Leiter dieser Reise waren der in Bad König beerdigte Forscher
Carl Weyprecht und der Österreicher Julius Payer.
Logbuchvermerke, Journaleintragungen und Tagebuchnotizen hat Ransmayr so
komponiert, dass sich diese Aussagen durch ihre Realität und historische
Präsenz unwiderruflich in den Köpfen der Leser verankern. Die
eingewobene fiktive Geschichte des Italieners Josef Mazzini, der Jahre
später die riskante Reise nachvollzieht, verleiht den von Ransmayr
kommentierten Berichten und geschilderten Ereignissen eine noch größere
Authentizität.
Mit der "Admiral Tegetthoff" waren die Forscher in See gestochen. Nach
der Nord-Ost-Passage wollten sie suchen, um so vom Atlantik zum Pazifik
zu kommen. Wie viele Expeditionsziele, ist auch das nicht erreicht
worden. Der Zufall und die Driften der Winde waren Schuld daran, dass
die wagemutigen Männer auf ihrer entbehrungsreichen Fahrt einen der
letzten weißen Flecke der Landkarte füllen konnten: Die Mannschaft
entdeckte nach der ersten Überwinterung im Packeis eine unbekannte
Inselgruppe, die sie zu Ehren des fernen Herrschers in Wien
"Kaiser-Franz-Joseph-Land" tauften. Nach zwei Jahren in der eisigen
Einsamkeit erreichen die 23 von Skorbut gezeichneten und ausgezehrten
Gestalten Novaja Semlja. Sie hatten die "Admiral Tegetthoff" aufgegeben,
ihre Rettungsboote monatelang übers Packeis gezerrt und glücklich das
offene Meer erreicht - im Gepäck die gesamten Aufzeichnungen und Notizen
ihrer Forschungsreise .
Ransmayr beschreibt dies detailliert, präzise und mit einer
unzweideutigen Sprache. Hinzu kommt, dass der Autor ein guter Vorleser
ist. Und diese Kunst ist nicht selbstverständlich. Die aussagekräftigen
Bilder, in die er seine Schilderungen meißelt, atmen die klare Luft des
Nordmeeres. Eingearbeitete Wiederholungen vertiefen die Dramatik der
Handlung. Protokollartige Auszüge wechseln mit beinahe poetischen
Satzcollagen und zeugen nicht nur von extremer Sattelfestigkeit im
Genre, sondern auch von einer stilistischen Eleganz, die nirgendwo
störende Brüche zeigt.
In drei Teile ist das Werk aufgebaut: Vorbereitung, Durchführung und
Rückkehr könnte man sie nüchtern nennen. Doch nüchtern ist Ransmayrs
Buch keinesfalls: Eher macht es besoffen, trunken von der Kunst eines
Erzählens, das manchmal schon lange verloren geglaubt war. Das liegt
wohl auch daran, dass der Autor im Stil der Reportage geübt ist. Bevor
er sich als freier Schriftsteller niedergelassen hat, arbeitete er
häufig für die Magazine "Geo" und "Merian".
Ransmayr lebt übrigens recht zurückgezogen in Irland. Die Bekanntschaft
mit Heidi von Leszczynski, einer im Odenwald lebenden Urgroßnichte
Weyprechts, habe ihn nach Bad König geführt. Eingeladen hatten die
Stadt, die Literaturhandlung Paperback und die Volkshochschule.
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© 2006-2009 Carl Weyprecht Ausstellung
Letzte Änderung: 13.09.2009 Webmaster: Dr. Dieter Heimer | |
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