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Carl Weyprecht (1832-1881)
Es liegen zur Zeit keine aktuellen Termine vor.
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Zeugnisse eines ungewöhnlichen Lebens
Artikel im Odenwälder Echo vom 13.5.2009,
Text und Bilder: Horst Kamke
Tag der Literatur: Aus Briefwechseln entsteht das Bild des Polarforschers Carl Weyprecht
BAD KÖNIG. „Nun hat sich das Grab über allem geschlossen“, schrieb Graf Hans Mylczek an Maximilian Freiherr von Sterneck zu Ehrenstein,
nachdem der am 29.(?)März 1881 in Michelstadt gestorbene Polarforscher Carl Weyprecht in Bad König neben dem elterlichen Grab beigesetzt worden war.
Beide waren dessen Weggefährten – der Graf als sein Mäzen, der Freiherr und spätere Kommandeur der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine als Teilnehmer
der Expedition, bei der Weyprecht 1873 das Franz-Joseph-Land entdeckte.
Bei einer Gemeinschaftsveranstaltung von Stadt, Kurgesellschaft und der Buchhandlung Paperback zum hessenweiten „Tag der Literatur“ lasen
Heidi von Leszczynski als Urgroßnichte Weyprechts

sowie Heinz Neumann und Sascha Noack vom Odenwälder „Theaterkarren“ in der Rentmeisterei
aus dem umfangreichen Briefwechsel, den Weyprecht einst mit Freunden, Wissenschaftlern und seinen Eltern geführt hatte.
Carl Weyprecht war 1856 als Achtzehnjähriger in die Marine der österreichisch-ungarischen Monarchie eingetreten und hatte sich von Triest
aus in Seeschlachten nachfolgender Kriege derartige Verdienste erworben, dass er zum Offizier und Ordensträger avancierte. 1871 nahm er an
der Spitzbergen-Expedition teil, danach kommandierte er die Expedition, die eine schiffbare Passage zwischen Barentssee und Beringstraße finden sollte.
Das Expeditionsschiff „Admiral Tegetthoff“ wurde jedoch im Packeis eingeschlossen und musste nach zwei Wintern aufgegeben werden.
Von Mai bis August 1874 führte Weyprecht seine Mannschaft über das Eis wohlbehalten zurück in schiffbare Gewässer. Danach arbeitete er an der meteorologischen Anstalt zu Wien. Ihm als Geophysiker verdankt die Wissenschaft die Idee, das Polargebiet systematisch in internationaler Zusammenarbeit zu erforschen. Zum ersten Polarjahr 1882/83 errichteten 14 Nationen rund um den Nordpol ihre Beobachtungsstationen.
Als Vorspann zur Lesung zeigten die Veranstalter einen Kurzfilm, der das Leben Carl Weyprechts anschaulich dokumentierte.
Der Briefwechsel hat die Wirren der Zeit weitgehend unbeschadet überstanden. Schriftstücke mit wissenschaftlichem Inhalt sind daraus entnommen,
ausgewertet und archiviert. Der Rest, immerhin mehr als 200 Briefe, ist in Buchform veröffentlicht.
Die Lesung formte das fast biografische Bild eines Mannes, der mutig, besonnen, ruhig, hartnäckig, weitblickend und menschlich seinen Weg gegangen war.
Zeitgleich mit den Schlussworten Leszczynskis

erklang das Mittagsgeläut der benachbarten Schlosskirche und markierte stilgerecht das Ende der Lesung.
Horst Kamke (Odenwälder Echo, 13.05.09)
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© 2006-2009 Carl Weyprecht Ausstellung
Letzte Änderung: 13.09.2009 Webmaster: Dr. Dieter Heimer | |
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