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Carl Weyprecht (1832-1881)
Es liegen zur Zeit keine aktuellen Termine vor.
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Globalisierung der Polarforschung
Artikel im Odenwald Journal am 11.8.2005
Text: Dr. Peter W. Sattler
Ausstellungvorbereitungen für das Carl-Weyprecht-Jahr
Seit geraumer Zeit bereitet ein Arbeitskreis unter
der Leitung von Cornelia Fürpahs-Zipp von der Akademie für lebenslanges
Lernen, Vhs Odenwaldkreis, das Carl-Weyprecht-Jahr 2006 vor. Damit will
die Gruppe von Heimatforschern die Bedeutung des lange Jahre in Bad
König lebenden und dort auch begrabenen Polarforschres Carl Weyprecht
hervorheben und der Odenwälder Bevölkerung ins Gedächtnis rufen. In das
Jahr 2006 fällt der 125. Todestag des Polarforschers Weyprecht. Aus
diesem Anlass findet im Odenwald- und Puppenmuseum in Michelstadt im
nächsten Jahr eine Ausstellung statt. Sie wird sich ganz der
Polarforschung widmen und die Arbeitsgebiete des Polarforschers Carl
Weyprecht darstellen. Der Bogen ist weit gespannt: von der Geographie
und Geologie über die Ozeanographie und Klimatologie bis hin zur
Biologie und Astronomie.
Esther Jordan vom Marketing Service, Michelstadt, -
sie gehört dem Arbeitskreis Carl Weyprecht an - hat inzwischen Kontakte
zu Gotha und Erfurt geknüpft. Gotha ist die Geburts- und Wirkungsstätte
des Polarforschers Dr. August Petermann, dem Herausgeber von „Petermanns
Geographische Mitteilungen“. Er lernte Carl Weyprecht in Frankfurt
anlässlich einer Tagung der Deutschen Geographischen Gesellschaft kennen
und begeisterte Weyprecht zur Polarexpedition in die Arktis. Gotha
gedenkt Dr. Petermann in einem Naturkundemuseum, mit dessen Direktor
ebenfalls Verbindung aufgenommen wurde. Erfurt ist eines der Zentren
Deutscher Polarforschung. Inzwischen hat Esther Jordan auch über Dr.
Heidi von Leszczynski, die Urgroßnichte Weyprechts, Kontakt zu von
Leszczynskis Vetter, Walter Heinemann, geknüpft.

Er stellt
Originalportraits der Eltern Weyprechts für das Biedermeierzimmer im
Michelstädter Museum zur Verfügung.
 
Erfreulich ist die Beteiligung der
Organisation ESOC. Sie wird Modelle über die moderne Polar- und
Klimaforschung zur Verfügung stellen. Eingebunden in die
Ausstellungsvorbereitungen ist auch die Firma Rheinische Kunststoffwerke
in Michelstadt, die ein Teil der Dekoration übernimmt. Auch passt es
gut in das Weyprechts-Jahr, dass der Deutsche Verband der
Polarphilatologen seine Jahreshauptversammlung 2006 in Michelstadt
abhält.
Ein Teil der geplanten Ausstellung befasst sich mit
dem Thema „Expedition heute“. Er resultiert aus der
Spitzbergen-Ausstellung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und
Rohstoffe in Hannover. Die Ausstellung ist zur Zeit in Gotha zu sehen.
Verantwortlich für diesen Teil zeichnet Dr. Piepjohn; er wird auch am
Eröffnungstag in Michelstadt einen Vortrag zum gleichnamigen Thema
halten. An Exponaten werden unter anderem zu sehen sein: Schlauchboot
mit Motor, Tunnelzelt, Sichttafeln mit Darstellung der Arktisdrift,
verschiedenes Gesteinsmaterial und Bildtafeln mit Ansichten von
Spitzbergen. Das Gothaer Naturkundemuseum wird nach Vereinbarung mit
Rainer Samietz Michelstadt einen in Lebensgröße präparierten Eisbär zur
Verfügung stellen sowie mehrere präparierte arktische Vögel.
Die Beziehungen der Weyprecht-Arbeitsgruppe zu
Gotha sind auf verschiedenen Ebenen aufgebaut. So wurden Bilder des
dortigen Petermann-Denkmals und des Verlagshauses Justus Perthes (heute
Klett-Perthes) erstellt und Zugang zu Ausstellungsmaterial geschaffen,
das im Rahmen einer dortigen Sonderausstellung „Ewiges Eis“ gezeigt
wurde. Darunter finden sich alte Expeditionskarten aus
Polarexpeditionen, unter anderem eine Karte von East Greenland von 1926,
auf der noch das Payer-Land eingezeichnet ist. Julius Payer war der
Leiter der Polarexpedition zu Land, Carl Weyprecht der Leiter zur See.
Auch werden Karten im Kartographischen Institut von Gotha aufbewahrt,
die der Michelstädter Ausstellung zugeführt werden können, desgleichen
Exponate der Forschungsbibliothek Gotha, die in diesem Jahr in einer
Ausstellung unter dem Titel „Die Geographischen Mitteilungen des August
Petermann“ zu sehen sind.
Wie bereits in einem Vortrag „Carl Weyprecht und
seine Beziehungen zu Österreich“ dargelegt, fand sich bei den
Vorbereitungen Weyprechts und Payers zur Polarexpedition in die Arktis
der damalige Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha als Mäzen bereit, die
Unternehmung finanziell zu unterstützen. Aus diesem Grund wurde später
auf der Inselgruppe Franz-Josef-Land eine der Inseln „Coburg-Insel“
genannt. Nun wird auf Anregung des Arbeitskreises in den Gothaer
Archiven nach Dokumenten für das Engagement von Herzog Ernst II.
geforscht. Er ist auch der Gründer des Gothaer Naturkundemuseums.
Zwischen dem herzoglichen Haus Sachsen-Coburg und
Gotha und dem Grafenhaus Erbach gab es vielseitige Beziehungen.
Herzogliches und Grafenhaus waren über Generationen hinweg miteinander
verbunden, es kam zu mehreren Besuchen und Gegenbesuchen. Vielleicht ist
damals die Polarexpedition auch Thema der Unterhaltung gewesen. Carl
Weyprechts Vater war Kammerdirektor der Grafen zu Erbach-Schönberg in
Bad König. Da das Haus Erbach traditionsgemäß sich zu den Habsburgern
hingezogen fühlte, lag es auf der Hand, dass Carl Weyprecht in
österreichische Dienste trat. Im Auftrag Österreichs startete er mit
Julius Payer die Polarexpedition und entdeckte dabei das nach dem
Österreichischen Kaiser von ihm benannte „Franz-Josef-Land“. Die
Unterstützung der Expedition durch Herzogs Ernst II. beruht mit
Sicherheit auf der persönlichen Bekanntschaft von Dr. August Petermann,
der wiederum den Odenwälder Carl Weyprecht für die Expedition in die
Arktis begeisterte. Beide Wissenschaftler waren auf der Suche nach einer
eisfreien West-Ost-Passage vom eurasischen Kontinent in die Neue Welt.
Dabei wurde Franz-Josef-Land entdeckt. Carl Weyprecht starb am 29. März
1881 in Michelstadt. Jetzt schließt sich der Kreis der Beziehungen des
Odenwaldes und Michelstadts zu Gotha.
Die Bilder zu diesem Artikel stammen von Dr. P.W. Sattler
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© 2006-2009 Carl Weyprecht Ausstellung
Letzte Änderung: 13.09.2009 Webmaster: Dr. Dieter Heimer | |
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